3.
Mai

Spanda Yoga und Weissdorn

Im Frühling verzaubert der Weissdorn die Landschaft in ein weisses Blütenmeer. Als typische Heckenpflanze geniesst er eine besondere Anwendung in vielen Brauchtümern. In einem Gebet, das 1500 v.Ch. niedergeschrieben wurde, wird der Weissdornbusch gebeten, Böses, Unreines und den Zorn der Götter vom Menschen zu nehmen (1).

Der Weissdorn zeigt uns, dass viele Entwicklungen im Leben nicht geradlinig verlaufen, sie werden immer wieder behindert und nehmen einen anderen als den geplanten Weg (2). Das Leben hält sich nicht an unsere Pläne!

Es kommt zu Situationen, die kurzfristig keine Resultate zeigen. Wenn wir diese Stauungen annehmen und einer höheren Kraft vertrauen, wird seelisches Wachstum möglich: Aeusserliche Stagnationen, Verzögerungen im Fluss des Lebens sind Voraussetzung für das Entstehen frischer Impulse und Kreationen. Wenn wir die Besinnung in der Stille annehmen oder gar suchen, tun sich im Herzen neue Wege auf, die unser Leben auf eine höhere Stufe führen. Wir öffnen uns für die weise Führung des Herzen.

Weissdorn wie auch eine regelmässige Yoga-Praxis vermitteln neue Lebensimpulse. Sie lassen die Gefühle fliessen, schenken Vertrauen und lösen dadurch auch seelisch bedingte Druckgefühle. Und wenn ich an meine kürzlich Reise von Grenoble in die Provence denke, durch eine Landschaft, die blütenweiss glänzte, hör ich nicht nur das Summen der Bienen in meinen Ohren, ich hab auch die besondere Weissdorn-Süsse in der Nase – und mein Herz geht weit auf.

(1)  Coco Burkhard in „Alles aus Wildpflanzen“                                                                     (2)  R. und H. Kalbermatten in „Pflanzliche Urtinkturen, Wesen und Anwendung“

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